Weg frei für Bauprojekt hinter der Tagespflege in Riemsloh

Bild: Meller Kreisblatt
Gerhard Bo?mann

„Das Gelände mit der Tagespflege und dem geplanten mehrstöckigen Haus direkt an derRiemsloher Straße gewinnt durch drei weitere Einfamilienhäuser noch mehr an Substanz“, befürwortete Gerd Boßmann den Bebauungsplan-Entwurf. „Das ist die richtige Reihenfolge“, begrüßte der SPD-Sprecher ausdrücklich, dass der Ortsrat das Thema behandelt, bevor es in den Planungsausschuss, Verwaltungsausschuss und Rat geht.

 

 

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Drei Einfamilienhäuser sollen auf dieser Fläche hinter dem ehemaligen Gasthof Koch gebaut werden. Foto: Norbert Wiegand Quelle: Meller Kreisblatt

 

Riemsloh. Damit Bauwillige nicht länger warten müssen, hat sich der Ortsrat Riemsloh am Dienstagabend in einer kurzfristig anberaumten Sitzung einstimmig für den nächsten Schritt im Bauleitverfahren für das kleine Baugebiet hinter der ehemaligen Gaststätte Koch ausgesprochen.

 

Intensiv und teilweise kontrovers diskutierte das Stadtteilparlament über geplante Baumfällungen im Zusammenhang mit der Deckenerneuerung der Hoyeler Straße.

Im Bebauungsplan „Ortskern Riemsloh – westliche Teiländerung“ geht es um die Baumöglichkeit von drei Einfamilienhäusern im rückwärtigen Bereich hinter der neu eingerichteten Tagespflege. Der vorgelegte Entwurf der Verwaltung, den Ortsbürgermeister Günter Oberschmidt erläutert hatte, fand letztlich die einhellige Zustimmung aller Ortsratsfraktionen.

„Wir brauchen angesichts vieler Bauwilliger jedes Grundstück“, begründete Heinrich Buddenberg seine Zustimmung. Der CDU-Fraktionssprecher regte an, im Zusammenhang mit anstehenden Baumaßnahmen einen Lückenschluss des Rad- und Fußweges an der Riemsloher Straße zu verwirklichen. Derzeit endet der Radweg kurz vor dem Ortseingang, eine alte Mauer steht im Weg. Nahe dieser Mauer will der Investor ein mehrstöckiges Gebäude errichten.

Richtige Reihenfolge

„Das Gelände mit der Tagespflege und dem geplanten mehrstöckigen Haus direkt an der Riemsloher Straße gewinnt durch drei weitere Einfamilienhäuser noch mehr an Substanz“, befürwortete Gerd Boßmann den Bebauungsplan-Entwurf. „Das ist die richtige Reihenfolge“, begrüßte der SPD-Sprecher ausdrücklich, dass der Ortsrat das Thema behandelt, bevor es in den Planungsausschuss, Verwaltungsausschuss und Rat geht.

Dass eindeutige Regelungen im Plan die Begrünung von Flachdächern festlegen, lobte Peter Mittelberg (UWG). Für Ulla Buermeyer (Grüne) ist das Baugebiet eine „sinnvolle Innenverdichtung“. „So wird aus dem jahrelangen Schandfleck in der Ortseinfahrt eine rundum tolle Sache“, freute sich der stellvertretende Ortsbürgermeister Heiner Thöle (FDP) über die gesamten Bauprojekte des Investors.

Schiefe Bäume

Günter Oberschmidt informierte über Ergebnisse aus dem Baumkataster vor der anstehenden Deckenerneuerung der Hoyeler Straße zwischen Warmenau und der Ortschaft Hoyel. Dort ist die „Entnahme“ von elf Obstbäumen im südlichen Bereich vorgesehen, während eine Baumreihe unterhalb des Ortes erhalten bleiben kann. Als Ersatz wird die Anpflanzung von zwei Zwölferreihen mit Wollapfelbäumen und spanischen Eichen vorgeschlagen.

Die Notwendigkeit der Fällungen von allen elf Bäumen wurde angezweifelt. „Es handelt sich nicht um ein Gutachten und wir müssen mehr in die Entscheidungsfindung einbezogen werden“, forderte Ulla Buermeyer „Wertschätzung des zuvor erklärten Ortsratswillens“. Der Schiefstand der Bäume sei kein Manko, sondern gehöre zum typischen Landschaftsbild.

Für heimische Obstbäume

„Wir sollten die Diskussion nicht überziehen – Umweltbüro, Stadtgärtnerei und Tiefbauamt sollte keine Leichtfertigkeit bei Baumfällungen unterstellt werden“, bezeichnete Heiner Thöle die Verwaltungsvorschläge als „alternativlos“. Gerd Boßmann meinte, dass laut Baumkataster eigentlich nur drei Bäume unbedingt gefällt werden müssten und plädierte für Ersatzpflanzungen von heimische Baumarten, was auch von Heinrich Buddenberg und Conrad Tönsing (CDU) unterstützt wurde.

„Wir fassen heute noch keinen Beschluss, wir können uns immer noch mit der Verwaltung austauschen“, regte Günter Oberschmidt an, dass Ulla Buermeyer nochmals das Gespräch mit den zuständigen Stellen suchen solle, um Baumfällungen auf das notwendigste Maß zu beschränken.